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Rezensionen

 

Saatchi Art: Best of 2015

Aufnahme in das internationale Künstlerverzeichnis Xamou-Art Dezember 2014

 

„…Die Auseinandersetzung mit der Natur ist eine Konstante in Ute Laums Werk. Die Künstlerin bildet die Natur nicht ab, wie wir es bei Blossfeldts Pflanzenbildern und
Max Ernst „Natur-Frottagen“ kennen, vielmehr will sie die Natur durchdringen, kurzum „wie die Natur“ malen. Dazu wählt sie eine biomorphe abstrakte
Formensprache. Wie ein roter Faden zieht sich ein Schlüsselthema durch ihr gesamtes Werk: es sind die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft.
Die Elemente sind Metaphern für die dem Menschen innewohnenden Kräfte, für unterschiedliche körperliche und seelische Energien und Stimmungen wie
„Vorahnung“, „Neubeginn“, „Ich brauch’ Tapetenwechsel“. In Ute Laums Bildern finden wir sie nicht singulär, sondern dem Kreislauf der Natur entsprechend, mal
miteinander ringend oder sich gegenseitig durchdringend. Die Lust an der Natur, am Erforschen immer neuer Mikroorganismen treibt Ute
Laum an. Als präzise Beobachterin entdeckt sie verspielte Verläufe, kristalline Strukturen, erdhafte Überlagerungen und irisierende Kontraste und führt den
Betrachter so in eine Welt zwischen Suggestion und Wirklichkeit.“

Dr. Barbara Aust-Wegemund, Kunsthistorikerin, Hamburg

 

 

Immer wieder neu, aus der Vorstellung, als Vorstellung malt Ute Laum Natur – auf Hoch- oder Querformate, mit einem einzigen breiten Pinsel. Obwohl sie etwas malt, was schon immer da ist, ist es doch nirgends zu verorten. Was diese Malereien zeigen, ist eher das Ergebnis eines persönlichen Übersetzungsprozesses, gestisch und unvermittelt, mit starken, schnell trocknenden Farben, die wenig Planung zulassen.

Ute Laum verbindet sich mit der Natur – mit der Landschaft, dem Licht und dem Wind Norddeutschlands – und ihre Bilder geben etwas von dieser Resonanz zu sehen. Beide Seiten, die äußere gegenständliche Welt, und der innere Ideenraum, ergeben zusammen eine Malerei, die zwischen Hell und Dunkel, Raum und Fläche, Gesehenem und Gedachtem oszilliert und sich auf einem schmalen Grat zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion bewegt.

Dieses Schwanken in den Bildern, das den Blick in die Tiefe und wieder zurück auf die Leinwand zieht, hat etwas vom Sog eines Wirbels, der Ideen und Eindrücke einsaugt und gefiltert wieder an die sichtbare Oberfläche bringt. Alles entwickelt sich aus diesem inneren Punkt des künstlerischen Antriebs heraus: Flächen, aus denen Schichten werden, Schichten, die einen intensiven Farbraum erzeugen, helle Lichter, die diesem Raum wieder ihre Tiefe nehmen. Überraschungen spielen in diesem Prozess ebenso eine Rolle wie die Frage, wie viel Bildinformation ein Bild überhaupt braucht, um Spannung zu erzeugen. Aus dem fortwährenden Hinzufügen und Wegnehmen von Farbe soll derjenige Moment herausgeschält werden, in dem die Dynamik des Antriebs auf den Betrachter übergreift – als Dialog mit dem Bild, als Erinnerung oder als Anstoß für ein Zwiegespräch.

Die neueren Malereien von Ute Laum sind häufig am Himmel ausgerichtet, denn „am Himmel ist alles möglich“. Der Himmel als das Ende des Sichtbaren ist auch eine Art Schnittstelle zwischen Etwas und Nichts, Gegenstand und Abstraktion: Wir sehen die Wolken ziehen und würden ins Leere greifen. Doch aus diesem Nichts fällt Regen. Wasser wiederum verdunstet spurlos und das Blau eines klaren Sommertags ist auch nur eine Reflexion zwischen Himmel und Meer.

 

Bettina Reichmuth, Kunsthistorikerin, Freiburg im Breisgau

 

Magazin Inside Artists 1/2017